Kein Entkommen für Schadstoffe – Emissionsreduzierung beim Verladen

Umweltschutz und Emissionsreduzierung sind allgegenwärtige Themen – nicht nur in der Automobilbranche. Auch im Bereich der Verladetechnik müssen Betriebe ihrer ökologischen Verantwortung nachkommen – geregelt unter anderem durch die TA Luft.

Zur Einhaltung der TA Luft sind alle Industriebetriebe mit genehmigungsbedürftigen Anlagen verpflichtet – und das nicht nur beim Neubau von Anlagen. Auch für bestimmte Altanlagen legt die TA Luft Emissionsgrenzwerte fest. Entspricht eine bestehende Anlage nicht den Vorgaben der TA Luft, können behördliche nachträgliche Anordnungen verlangen, die Anlage dem Stand der Technik anzupassen. Zum Teil sind Fristen für die Erfüllung der TA-Luft-Anforderungen angegeben. Nicht zuletzt liegt es auch im eigenen Interesse der Betreiber, vorhandene Anlagen TA-Luft-konform zu betreiben, um Personal und Umwelt vor Schädigungen zu schützen. 

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TA Luft – ein alter Gedanke aktuell wie nie

Die Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft (TA Luft) gibt es bereits seit 1964 – mit dem Gedanken und Ziel, die menschliche Gesundheit, die Vegetation und das Ökosystem vor übermäßiger Schadstoffbelastung zu schützen. Die Anforderungen der TA Luft betreffen gegenwärtig etwa 50.000 Anlagen. Durch die TA Luft werden neben Immissionswerten von Stoffen auch Emissionsgrenzwerte für bestimmte Luftschadstoffe festgelegt. Anlagen, die potenziell Schadstoffe emittieren (genehmigungsbedürftige Anlagen), müssen gesamtheitlich geprüft und die möglichen Gefahren bewertet werden. Dabei sind regionale und standortspezifische Besonderheiten zu berücksichtigen. Gegebenenfalls ist ein behördliches Genehmigungsverfahren zu durchlaufen, bevor die Anlagen betrieben werden können.

Die aktuell geltende Fassung von 2002 wird zurzeit novelliert. Unter anderem wird in der neuen TA Luft die EU-Richtlinie 2010/75 für Industrie-Emissionen umgesetzt. Darüber hinaus sind Anpassungen an weitere Richtlinien bzw. deren Berücksichtigung erforderlich, z.B. die EU-Luftqualitätsrichtlinie (39. BImSchV), die Richtlinie 2001/81/EG (nationale Emissionshöchstmengen für bestimmte Luftschadstoffe) und die Geruchsimmissions-Richtlinie. 

Bei der Umsetzung der Anforderungen der TA Luft wird auf die „besten verfügbaren Techniken“ (BVT) verwiesen, deren aktueller Stand branchenspezifisch in den BVT-Merkblättern und den daraus abgeleiteten BVT-Schlussfolgerungen beschrieben ist. Diese sollen in die neue TA Luft einbezogen werden und dadurch unter anderem die Rechtssicherheit für Anlagenbetreiber erhöhen. 

Worauf Anlagenbetreiber achten sollten

Dass vor allem beim Verladen flüssiger und gasförmiger Stoffe – ob als Landverladung oder Schiffsverladung, ob Obenverladearme oder Bodenverladearme – der Emissionsaspekt eine gewichtige Rolle spielt, liegt in der Natur der Sache. 

Kritisch wird es hier nicht nur an den Schnittstellen zum Fahrzeug und zur Anlage, sondern auch an Flansch-Verbindungen, Drehgelenken und Absperr- oder Regelorganen der Verladearme. Die gute Nachricht: An Drehgelenken in vorhandenen Anlagen genügt mitunter schon eine Modifikation des Dichtsystems, um die aktuellen Vorgaben der TA Luft einzuhalten. 

Für den Fall, dass sich ein fest angeschlossenes Fahrzeug oder Schiff aus dem Arbeitsbereich des Verladearms hinaus bewegt, sichern Nottrenneinrichtungen die Verladeanlage ab. Im Notfall wird durch die Trenneinrichtung der Produktfluss unterbrochen und der Verladearm oder Schiffsverlader an einer bestimmten Stelle kontrolliert vom Fahrzeug getrennt. Dadurch wird nicht nur verhindert, dass die Verladeeinrichtung zerstört wird, sondern auch, dass Produkt unkontrolliert austritt. Muss der Verladearm den Anforderungen der TA Luft genügen, ist es wichtig, auch bei der Auswahl der Nottrenneinrichtung auf deren TA-Luft-Zulassung zu achten.


Was sich machen lässt

…ist mit uns fast alles. Der Schwerpunkt unseres Unternehmens liegt darauf, Ihre Verladeanlagen auf den neusten Stand der Technik zu bringen – und das nicht nur für neue, sondern ganz besonders auch Ihre bestehenden Anlagen.

Drehgelenke, die in vorhandenen Anlagen eingesetzt sind, können wir auf einem Prüfstand in unserem Werk in Issum überprüfen. Dabei wird die Leckrate am Drehgelenk unter definierten Betriebsbedingungen gemessen. Die Messungen werden protokolliert. Werden die Vorgaben der TA Luft nicht erfüllt, bemühen wir uns um eine Modifikation des Dichtsystems. Entspricht das Drehgelenk den Dichtheitsanforderungen, so kümmern wir uns – auf Wunsch in enger Zusammenarbeit mit einer notifizierten Stelle – um die Nachzertifizierung des Drehgelenks nach TA Luft. Auf diesem Weg konnten wir bereits für alte Verladearme den Nachweis erbringen, dass sie den aktuellen Anforderungen entsprechen. Die Prüfung und Nachzertifizierung von Drehgelenken führen wir übrigens für sämtliche Fabrikate durch.

Sollte eine Nachzertifizierung nicht möglich sein, lohnt es sich oft, den Verladearm umzurüsten. In der Regel besteht die Umrüstung darin, alte Drehgelenke, Armaturen, Trenneinrichtungen etc. gegen TA-Luft-zertifizierte auszutauschen. Wir empfehlen, Ihre Altanlage durch ein Fachunternehmen überprüfen und sich beraten zu lassen. Das Umrüsten alter Verladearme ist oft unter Beibehaltung der Verladearmlängen möglich.


So sind Sie auch bei offener Verladung auf der sicheren Seite

Die geschlossene Verladung mittels Kupplung oder Flanschanschluss stellt nur einen – und ganz sicher den unproblematischeren – Teil der emissionsfreien Verladung dar. Besonders herausfordernd wird es immer dann, wenn Produkte, beispielsweise Buttersäure oder Teer, über die Domöffnung in Transportfahrzeuge gelangen sollen, also die „offene“ Verladung. Die TA Luft fordert, dass nicht vermeidbare Abgase bereits an ihrer Entstehungsstelle erfasst werden sollten. Bei der Emissionsreduzierung am Dom unmittelbar vor und nach dem Verladevorgang gibt es ohne Frage noch großes Potenzial.

Beim Verladevorgang selbst sorgen Verladearme mit Domkonus und Gasrückführung dafür, dass Produktgase an der Fahrzeugöffnung sofort aufgefangen und abgeleitet werden.

Ist die Gasrückführung als eine eigenständige Leitung separat zu bewegen, kann über die Steuerung sichergestellt werden, dass der Produktfluss generell nur bei angeschlossener Gaspendelung erfolgt.

VOORTMANN arbeitet stetig und intensiv an Lösungen zur Emissionsreduzierung. Drei Möglichkeiten, die sich allesamt mehr als bewährt haben, stellen wir Ihnen hier näher vor:

Domkonus mit Blähmanschette

Sobald der Domkonus sicher auf dem Fahrzeug aufsitzt, bläst sich die Manschette auf. Der Druck in der Blähmanschette wird in einem Steuerschrank über ein Manometer überwacht. Erst wenn der angestrebte Betriebsdruck der Manschette erreicht ist, gibt das System den Verladearm zum Verladen frei.

Domkonus mit Gummibeschichtung und Teleskopfallrohr

Während die Gummibeschichtung dafür sorgt, dass der Domkonus dicht schließend auf der Fahrzeugöffnung aufsitzt, wird das Produkt über das Teleskopfallrohr unterhalb des Flüssigkeitsspiegels eingefüllt. Die Abluft und Produktgase aus dem Fahrzeuginnenraum werden über eine Gasrückführung abgeleitet.

Domkonus mit Kompensator

Bei diesem Domkonus dient der Kompensator dazu, eventuelle Schrägstellungen zwischen Fallrohr und Fahrzeug auszugleichen. So ist sichergestellt, dass der Konus immer genau auf der Domöffnung aufsitzt.


Bester Schutz für Ihr Personal – einfach durch Fernsteuerung

Emissionen reduzieren ist das eine. Mindestens genauso wichtig ist es, Personen aus Gefahrenbereichen weitestgehend heraus zu halten. Eine Möglichkeit hierzu bieten beispielsweise vollhydraulisch bedienbare Verladearme. Sämtliche Bewegungen des Verladearms werden dabei von der Verladebühne aus gesteuert. Ein Näherungsschalter erfasst, ob der Verladearm richtig auf dem Fahrzeug aufsitzt. Erst wenn das sichergestellt ist, gibt die Anlagensteuerung den Verladearm zum Verladen frei.

Was sich immer lohnt: Früherkennung und Vorbeugen durch Wartung

Eine Undichtigkeit lässt sich sofort erkennen, wenn z.B. die Drehgelenke am Verladearm auf Leckagen überwacht werden. Noch wichtiger ist es, den Anlagenzustand stets gut zu kennen und zu beherrschen, so dass ungeplante Anlagenstillstände gar nicht erst auftreten. Hier spielt die regelmäßige Wartung eine herausragende Rolle – mit besonderem Blick auf die Emissions-kritischen Stellen. In Verbindung mit einer sinnvollen Ersatzteilbevorratung, die oft auch in das Wartungsunternehmen ausgelagert werden kann, erhöhen Sie durch eine regelmäßige, geplante Wartung Ihre Anlagenverfügbarkeit.

Sprechen Sie uns an - wir machen das für Sie

VOORTMANN ist Ihr zuverlässiger Partner für eventuell nötige Maßnahmen zur Emissionsreduzierung. Wir übernehmen für Sie die Umrüstung ihres Verladearms, wobei wir immer die für Sie effizienteste Lösung anstreben. Sowohl in der Verladetechnik als auch in der Steuerungstechnik profitieren unsere Kunden vom breiten Leistungsspektrum bei VOORTMANN. Testen Sie uns – wir freuen uns darauf.

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