Filterabreinigung bei Industriefiltern.
Modulares Druckluftsystem für große Filterflächen
Industriefilter halten Staub und Partikel aus Luft- und Prozessströmen zurück. Auf den Filterelementen entsteht dadurch mit der Zeit eine Staubschicht, der sogenannte Filterkuchen. Wird dieser Belag zu stark, erhöht sich der Strömungswiderstand. Der Luftdurchsatz nimmt ab und der Differenzdruck über dem Filter steigt. Das kann die Leistung einer Filter- oder Entstaubungsanlage erheblich beeinträchtigen. Bei Silos und Behältern muss beim Befüllen und Entleeren ein sicherer Druckausgleich gewährleistet sein. Ein stark zugesetzter Filter kann diesen Druckausgleich beeinträchtigen. Mögliche Folgen sind Prozessstörungen, beschädigte Filterelemente oder unzulässige Belastungen des Behälters. VOORTMANN bietet hierfür ein kompaktes, druckluftgestütztes Abreinigungssystem an, das von IMI Norgren entwickelt wurde. Der international etablierte Pneumatikspezialist ist Official Partner von VOORTMANN. Durch seinen modularen Aufbau lässt sich das System an unterschiedlichste Filterdimensionen, Ventilanzahlen und Anlagenkonzepte anpassen – vom einzelnen Silofilter bis zur großen industriellen
Schlauchfilteranlage.
Wie funktioniert die Filterabreinigung mit Druckluft?
Bei der pneumatischen Filterabreinigung werden abgelagerte Staubpartikel durch kurze Druckluftimpulse von Filterpatronen oder Filterschläuchen gelöst. Anders als bei einer manuellen Reinigung ist die Abreinigung fest in die Anlage integriert und kann abhängig vom Filteraufbau während des laufenden Betriebs erfolgen. Der Druckluftstoß wird von der Reinluftseite in das jeweilige Filterelement geleitet. Die entstehende Druckwelle und die kurzzeitige Bewegung des Filtermediums lösen den außen anhaftenden Staubkuchen. Die Partikel fallen anschließend in den vorgesehenen Sammelbereich oder zurück in den Behälter.
Wann benötigen Industriefilter ein Abreinigungssystem?
Bei einer neu geplanten Filter-, Entstaubungs- oder Siloanlage sollte die Abreinigung von Anfang an berücksichtigt werden. Druckluftspeicher, Ventile, Blasrohre und Steuerung können dann passend zu Filterfläche und Anlagenaufbau dimensioniert und platzsparend integriert werden. Daneben gibt es weiterhin Anlagen, deren Filter gar nicht oder nur unzureichend abgereinigt werden. Das betrifft beispielsweise ältere oder einfach aufgebaute Siloanlagen in landwirtschaftlichen Betrieben. Solange der Filter noch genügend Luft durchlässt, bleibt das Problem häufig unbemerkt. Mit zunehmender Staubbeladung steigt jedoch der Druckverlust und die Be- oder Entlüftung wird beeinträchtigt. Eine nachgerüstete Abreinigung kann hier eine wichtige Voraussetzung für einen dauerhaft stabilen Betrieb schaffen. Auch bestehende Abreinigungssysteme können modernisierungsbedürftig sein. Individuelle Konstruktionen sind häufig groß, mehrfach verändert oder mit Ventilen ausgestattet, für die keine Ersatzteile mehr verfügbar sind. In solchen Fällen lässt sich die alte Technik durch eine kompakte und wartungsfreundliche Baugruppe ersetzen. Filtergehäuse und geeignete Filterelemente können dabei häufig weiterverwendet werden.
Wie passt sich das System an unterschiedliche Industriefilter an?
Das System vereint Druckluftspeicher, Impulsventile und Anschlüsse in einer kompakten Baugruppe. Öffnet eines der Ventile, strömt die gespeicherte Druckluft schlagartig über die angeschlossenen Blasrohre zu den Filterelementen. Die zentrale Stärke liegt im modularen Aufbau. Länge und Ausführung des Speichers, Anzahl und Anordnung der Ventile sowie die Anschlusskonfiguration werden passend zur jeweiligen Filteranlage zusammengestellt. Dadurch lässt sich das System in unterschiedlichen Dimensionen und Ausprägungen realisieren. Auch große Filterflächen mit zahlreichen Filterschläuchen können über entsprechend ausgelegte Ventil- und Blasrohranordnungen abgereinigt werden. Der eigentliche Impuls dauert nur sehr kurz. Hochwertige TPE-Membranen in den Ventilen ermöglichen besonders kurze Schaltzeiten und damit einen schnellen Druckaufbau. Das unterstützt eine kraftvolle Abreinigung, ohne unnötig lange Druckluft auszublasen.
Vorteile des modularen Abreinigungssystems für Industriefilter
- Anpassbar an unterschiedliche Filtergrößen, Bauformen und Anlagenkonzepte
- Variable Länge sowie frei konfigurierbare Anzahl und Anordnung der Ventile
- Leistungsstark auch bei großen Schlauchfilterflächen
- Kompakte und platzsparende Bauweise
- Sehr kurze Schaltzeiten durch hochwertige TPE-Membranen
- Gut zugängliche und austauschbare Ventilkomponenten
- Erweiterbar um Steuerung, Sensorik und Druckluftaufbereitung
- Geeignet für Neubau, erstmalige Nachrüstung und Retrofit
Welche Qualitätsmerkmale bietet das von IMI Norgren entwickelte System?
Das System ist keine improvisierte Zusammenstellung einzelner Bauteile, sondern eine technisch abgestimmte Einheit aus Druckluftspeicher, Impulsventilen und Anschlusstechnik. IMI Norgren hat die Baugruppe für hohe Anforderungen an Betriebssicherheit, Leistungsfähigkeit und Wartungsfreundlichkeit entwickelt. Das System zur Filterabreinigung erfüllt die Anforderungen der europäischen Druckgeräterichtlinie PED und der Norm 13445 für unbefeuerte Druckbehälter. Die eingesetzten Ventile sind auf sehr kurze Schaltzeiten ausgelegt. Zugleich bleibt die Konstruktion übersichtlich: Einzelne Ventilkomponenten sind gut erreichbar und können bei Bedarf ausgetauscht werden. VOORTMANN bleibt für Betreiber und Anlagenbauer der direkte Ansprechpartner. Wir übernehmen die technische Klärung, Konfiguration, Lieferung und auf Wunsch auch die Integration in die Anlage. So verbindet die Lösung die Pneumatik- und Produktkompetenz von IMI Norgren mit der anwendungsbezogenen Beratung und Umsetzung durch VOORTMANN.
Wie werden Systemgröße und Steuerung der Filterabreinigung richtig
ausgelegt?
Die Abreinigungsleistung hängt nicht allein vom Betriebsdruck ab. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus verfügbarer Luftmenge, Speichervolumen, Ventilanzahl, Impulsdauer und Blasrohrgeometrie. Auch Anzahl, Abmessungen und Fläche der Filterelemente sowie die Eigenschaften des abgeschiedenen Staubs müssen berücksichtigt werden. Eine zu schwache Abreinigung löst den Filterkuchen nicht ausreichend. Zu starke oder unnötig häufige Impulse erhöhen dagegen den Druckluftverbrauch und können das Filtermedium belasten. Wir stimmen die Systemkonfiguration deshalb auf die konkrete Anlage ab. Hierfür benötigen wir Angaben zu Filterart, Anzahl und Größe der Filterelemente, Anschlussstellen, Druckluftversorgung und Staubart. Sind die Maße oder vorhandenen Unterlagen nicht vollständig, nehmen wir die Einbausituation bei Bedarf vor Ort auf.
Mögliche Steuerungsarten für die Filterabreinigung
Manuelle Abreinigung auf Knopfdruck
Die Abreinigung wird vom Bediener gezielt über einen Taster oder ein entsprechendes Bediensignal gestartet. Je nach Ausführung wird dabei ein einzelner Druckluftimpuls oder eine zuvor festgelegte Impulsfolge ausgelöst. Diese Variante eignet sich für Anlagen, bei denen die Abreinigung nur zu bestimmten Zeitpunkten erforderlich ist oder bewusst durch das Bedienpersonal kontrolliert werden soll.
Zeitabhängige Abreinigung
Die Ventile werden in festgelegten Abständen nacheinander angesteuert. Impulsdauer und Pausenzeit werden zuvor eingestellt. Die Lösung ist einfach und gut planbar, berücksichtigt jedoch nicht unmittelbar, wie stark der Filter tatsächlich beladen ist.
Bedarfsgerechte, differenzdruckabhängige Abreinigung
Sensoren erfassen den Druck vor und nach dem Filter. Überschreitet der daraus berechnete Differenzdruck einen festgelegten Wert, startet die Abreinigung automatisch. Sinkt der Differenzdruck wieder ausreichend ab, wird die Impulsfolge beendet. So lassen sich unnötige Druckluftimpulse vermeiden. Voraussetzung sind korrekt platzierte Messstellen, klar definierte Grenzwerte und eine auf die Filteranlage abgestimmte Parametrierung.
Für welche Branchen eignet sich das Abreinigungssystem?
Das System eignet sich für industrielle Anwendungen, in denen Stäube oder Partikel über Filterpatronen beziehungsweise Filterschläuche abgeschieden werden. Typische Einsatzbereiche finden sich in Zementwerken, in der Baustoffindustrie, der Holzverarbeitung, in landwirtschaftlichen Betrieben sowie in Schüttgut-, Silo- und Entstaubungsanlagen. Für Anwendungen in der Lebensmittel- und Futtermittelindustrie steht eine Ausführung mit nahtlosem Aluminiumprofil zur Verfügung. Die fugenarme Konstruktion unterstützt einen sauberen, leicht zu wartenden Anlagenaufbau. Gleichzeitig ist das Aluminiumprofil leicht und korrosionsbeständig. Durch den modularen Aufbau lässt sich die Ausführung an unterschiedliche Filtergrößen und Produktionsanlagen anpassen. Bei brennbaren oder explosionsfähigen Stäuben müssen Ausführung und Einbau mit dem Explosionsschutzkonzept der jeweiligen Anlage abgestimmt werden.
Wie unterstützt VOORTMANN bei Planung und Umsetzung?
Wir betrachten die vollständige Abreinigungsaufgabe. Auf Grundlage der Filterfläche, der Anzahl der Filterelemente, des Prozesses und der verfügbaren Druckluftversorgung wird das System passend konfiguriert. Dabei werden Speicherdimension, Ventilanzahl, Anschlüsse und Steuerungsart festgelegt. Bei Bedarf planen wir auch die Verrohrung, die Druckluftaufbereitung und die Einbindung einer Differenzdrucküberwachung. Das vorkonfigurierte System kann als Baugruppe geliefert oder durch uns in die Anlage integriert werden.