Druckbehälterprüfung im laufenden Betrieb

Das neue ID-E-Verfahren macht`s möglich

Dank eines innovativen Verfahrens lässt sich die Druckbehälterprüfung von hydraulischen Speichern jetzt im laufenden Betrieb und ohne technische Vorbereitungen durchführen. Die Vorteile für Anlagenbetreiber liegen auf der Hand: Die Druckbehälterprüfung geht wesentlich schneller, unkomplizierter und damit effizienter vonstatten als mit konventionellen Methoden. Im Gegensatz zur Druckbehälterprüfung mittels Prüfmedium oder klassischer Schallemissionsmessung ist in der Regel kein Komponentenausbau vonnöten. Die Überprüfung von Blasenspeicher, Kolbenspeicher und Co. erfolgt beim neuen sogenannten ID-E-Verfahren mittels mobilem Schallkopf. Die Messergebnisse werden in Echtzeit ausgewertet und auf einem Display präsentiert.

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ID-E ist auf Grundlage der BetrSichV als Ersatzprüfverfahren zugelassen und erfüllt sämtliche Anforderungen des VdTÜV Merkblatt 378.

Enrico Sänger, Spezialist für Druckbehälterprüfungen

Wer und was steckt dahinter?

Das „ID“ in ID-E steht für „Intelligent Diagnostic“, das „E“ für die zugrundeliegende Technologie „Electromagnetic Acoustic Transducer“. Es handelt sich bei diesem neuartigen Verfahren zur Druckbehälterprüfung um eine spezielle Ultraschallanwendung, mit der sich dank mobilen Prüfkopfs Objekte zuverlässig erfassen lassen. Die Materialbeschaffenheit wird dabei nicht nur punktuell, sondern rundum überprüft. Das wiederum sorgt für eine hohe Aussagekraft, was den Zustand des Druckbehälters angeht. Und das bei minimalem Aufwand. Das ID-E-Verfahren ist somit optimal dazu geeignet, Ausfälle und unnötige Austäusche zu vermeiden. Entwickelt und patentiert wurde das ID-E-Verfahren vom TÜV Thüringen, der wiederum Vertragspartner von VOORTMANN ist. Das bedeutet, wir können unseren Kunden dieses innovative Verfahren als einer der Ersten in Deutschland exklusiv anbieten. Wir übernehmen für Sie die komplette Koordination bezüglich der Durchführung der Druckbehälterprüfung durch die Experten vom TÜV Thüringen bei Ihnen vor Ort.

Was ist das Besondere?

Da es sich um eine mobile Lösung handelt, müssen – wie oben erwähnt – keinerlei technischen Vorbereitungen getroffen werden. Zu prüfende Druckspeicher müssen nicht ausgebaut und dementsprechend auch nicht wieder eingebaut werden. Die Verbringung und der Anschluss an einen Prüfstand entfallen ebenso. Das spart nicht nur Zeit und Geld es schließt auch von vorneherein aus, dass Komponenten im Zuge der Prüfung Schaden nehmen könnten. Und ganz wichtig: Es sorgt dafür, dass im Anschluss an die Druckbehälterchecks keine Prüfung nach § 14 der BetrSichV durchgeführt werden muss. Der größte Vorteil ist und bleibt natürlich, dass die Prüfung insgesamt im laufenden Betrieb durchgeführt werden kann. Übrigens auch dann, wenn an den zu prüfenden Komponenten höhere Oberflächentemperaturen herrschen. Das ID-E-Verfahren liefert trotzdem zuverlässige Ergebnisse.

Die Vorteile auf einen Blick

  • Prüfung bei normalem Betriebsdruck
  • Messung der gesamten drucktragenden Wandung
  • Auswertung von Messergebnissen in Echtzeit
  • Kein Prüfmedium oder Koppelmittel erforderlich
  • Keine Demontage/Montage und Verbringung der Speicher
  • Keine Gefahr einer Schädigung der Speicher
  • Keine abschließende Prüfung nach § 14 BetrSichV erforderlich

Im Vergleich zu konventionellen Druckbehälterprüfungen bietet das ID-E-Verfahren eine Aufwandsersparnis von 80 bis 90 Prozent!

Enrico Sänger, Spezialist für Druckbehälterprüfungen

Was sind die die Anwendungsbereiche?

Die Druckbehälterprüfung nach dem ID-E-Verfahren empfiehlt sich für alle, die Ihrer Verpflichtung zur regelmäßigen Kontrolle von hydraulischen Speicherkomponenten gerecht werden wollen, ohne dafür großen Aufwand zu betreiben. Durchführen lässt sich das ID-E-Verfahren im Prinzip an allen Speichern und in jeder Art von Anlage. Es wird aktuell erfolgreich in Roboteranlagen, Windkraftanlagen, Walzstraßen und Schiffen, aber auch in Werkshallen von Automobilherstellern eingesetzt. Voraussetzung ist lediglich, dass die Druckbehälter zugänglich sind und möglichst rundum mit dem Prüfkopf abgefahren werden können. Insgesamt ist das neue Ersatzprüfungsverfahren eine optimale Ergänzung zu den konventionellen Technologien, die nach wie vor ihre Berechtigung haben. Müssen Komponenten zum Beispiel ohnehin demontiert werden, ist das alte Druckprüfungsverfahren mittels Füllmedium durchaus sinnvoll. Auch wenn nur ein einzelner Speicher zu prüfen ist, spricht vieles eher für die konventionelle Druckbehälterprüfung, die wir selbstverständlich ebenfalls anbieten. Alles hierzu finden Sie übrigens in unserem Artikel Wiederkehrende Prüfungen von Druckspeichern.

Druckbehälterprüfung nach ID-E-Verfahren – die Voraussetzungen

Maximale Wanddicke 3 mm bis ≤ 12 mm
Minimales Volumen ab 6 l
Minimaler Durchmesser ab 100 mm
Maximaler Messbereich ca. 500 mm
Totraum neben Sensor ca. 50 mm
Maximale Oberflächentemperatur 100° C
Geeignete Geometrien einfache, kontinuierliche Geometrien (Platten, Zylinder, Rohre etc.)
Geeignete Materialien alle elektrisch leitenden Werkstoffe (Stahl, Aluminium, Kupfer, Messing, Nickel, Kobalt, Uran etc.)
Zulässig für Druckgeräte nach Druckbehälterverordnung RL 97/23/EG 2014/68/EU
Ersatzprüfverfahren, Grundlage BetrSichV BetrSichV, Anhang 2, Abschnitt 4, Pkt. 5.7
   

Gerne beraten wir Sie individuell auf Ihre Anlage bezogen zu den Möglichkeiten des ID-E-Verfahrens zur Druckbehälterprüfung. Sprechen Sie uns an!

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