Verladesysteme für die Chemielogistik
Schlauch- und Rohrverladearme im Vergleich
Die Art des Verladesystems spielt in der Chemielogistik, aber auch in der Lebensmittel- und Pharmaindustrie, eine große Rolle, wenn es um die bestmögliche Effizienz von Anlagen geht. Das liegt zum einen an der zentralen Bedeutung der Systeme für den gesamten betrieblichen Ablauf. Zum anderen müssen hier von Wirtschaftlichkeit über höchstmögliche Anlagenverfügbarkeit und Langlebigkeit bis Arbeitsschutz und Nachhaltigkeit verschiedenste Faktoren bedacht werden. Die grundsätzlichste und für alle Parameter relevante Frage bei der chemielogistischen Verladung ist, ob man auf Schläuche oder Rohrleitungen setzen sollte. Dieser Artikel soll Ihnen bei der Entscheidungsfindung behilflich sein.
Ob Sie als Betriebsingenieur oder Einkäufer vor der Anschaffungsentscheidung stehen – als verantwortlich handelnde und entscheidende Person in der Chemielogistik sollte man beim Verladesystem die langfristig richtige Wahl treffen.
Lassen sich Schläuche und Rohre überhaupt vergleichen?
Grundsätzlich ist durch beides ein Fluidumschlag möglich. Natürlich sind Schläuche an sich nur eine bedingte Alternative zu festen Rohrsystemen, weil sie nicht starr, sondern biegsam sind und angehoben werden müssen. Es gibt aber die Möglichkeit Schläuche über bewegliche Gelenkarme gestützt zu führen. Durch diese sogenannten Schlauchhandlingsysteme, auch Schlauchverladearm genannt, lassen sich Schläuche genau wie Rohrverladearme handhaben. So sind beispielsweise Oben- sowie Bodenverladungen problemlos mittels Schlauchhandlingsystem möglich. Ganz nebenbei sorgen diese Systeme dafür, dass sämtliche Sicherheitsanforderungen für den Umgang mit Schlauchleitungen nach Merkblatt T002 „Schlauchleitungen - Sicherer Einsatz“ der BG RCI erfüllt werden.
Vorteile von Schlauchhandlingsystemen im Vergleich zur Handhabung von losen Schläuchen:
- Keine Stolpergefahr durch auf dem Boden liegende Schläuche
- Kein Überfahren der auf dem Boden liegenden Schläuche
- Keine Beschädigung der Schläuche durch Abrieb, Torsion und Knicken
- Kein Durchhängen der Schläuche und damit garantiert sackfreie Verladung
- Besonders ergonomisch, da Schläuche nicht mehr angehoben werden müssen
- Einfacher Ein- und Ausbau der Schlauchleitungen
- Geeignet für alle Schlauchtypen von Edelstahl-, über PTFE- bis doppelwandige Schläuche
- Mehrere Schläuche pro Gelenkarm (z. B. Produkt- und Gaspendelschlauch)
- Auch Armaturen, Anschluss- und Sicherheitstrennkupplungen können integriert werden
- Geringer Wartungsaufwand
Grundsätzlich lässt sich jede Schlauchlösung schnell und unkompliziert über ein Schlauchhandlingsystem realisieren – auch im Rahmen einer Nachrüstung. Mehr Informationen finden Sie im Artikel Schlauchgelenkarme für die ergonomische Verladung
Wann sind Schlauchverladearme und wann Rohrverladearme sinnvoll?
Durch den Einsatz von Handlingsystemen wird die Handhabung von Schläuchen der von Rohrleitungen vergleichbar, das eröffnet Ihnen bei der Entscheidungsfindung für das passende Verladesystem in der Chemielogistik ganz neue Perspektiven. Sie haben die Möglichkeit, das System gezielt danach auszuwerten, ob für Ihre Verladeanforderungen besser Schläuche oder Rohrleitungen geeignet sind. Um das zu ermitteln, lohnt vor allem der Blick auf die Verladesituation und die umzuschlagenden Medien.
Welche typischen Vorteile bieten Rohrverladearme in der Chemielogistik?
Bei Verladungen mit großen Umschlagsmengen und hohen Durchflussraten sind Rohrverladearme die bessere Alternative. Sie sind zwar in der Anschaffung erstmal teurer als Schlauchverladearme, dafür aber robuster und in höheren Nennweiten auslegbar. Ein weiterer Vorteil von Rohrleitungen ist, dass sie nur alle fünf Jahre geprüft werden müssen. Verschleißteile wie beispielsweise Drehgelenke und Dichtungen können schnell und einfach ausgetauscht werden. Die Mängel belaufen sich meist auf Undichtigkeiten, die zu Tropfleckagen führen. Schläuche hingegen können schlimmstenfalls platzen, was zum sofortigen Austritt großer Materialmengen führt. Auch auf engem Raum und bei starken Verwinklungen (zum Beispiel seitliche Anschlüsse) sind Rohrsysteme mit Drehgelenken von Vorteil. Schläuche, insbesondere solche mit dickerer Wandstärke oder größerer Nennweite, sowie unter Druck stehende Schlauchleitungen, sind auf kleinem Raum sehr unflexibel und lassen sich nicht biegen.
Welche typischen Vorteile bieten Schlauchverladearme in der Chemielogistik?
Am meisten punkten Schlauchverladearme durch ihre große Vielseitigkeit bei den Spezifikationen bzw. bei der Widerstandsfähigkeit gegen aggressive Medien. Während Rohre mitunter aufwändig innen beschichtet werden müssen, bestehen Schlauchleitungen direkt aus dem für den Verwendungszweck optimalen Material. Man kann sagen: Je höher die benötigte Chemieresistenz, desto mehr lohnt die Schlauchlösung. Auch abrasive Medien mit Feststoffanteilen sind ein eindeutiger Grund pro Schlauchleitungen. In den Drehgelenken von Rohrverladearmen würden derartige Umschlagstoffe zu hohem Verschleiß und vorzeitigem Anlagenausfall führen. Hinzu kommen generell geringe Anschaffungs- und Instandhaltungskoten. Zwar müssen Schläuche jährlich geprüft werden, aber ein eventuell erforderlicher Austausch ist in der Regel schnell erledigt.
Fazit: Schlauch oder Rohr – was passt zu Ihnen?
Ob Schlauch- oder Rohrverladearme – beide Systeme haben ihre spezifischen Vorteile und Einsatzbereiche. Die Wahl hängt von Ihren individuellen Anforderungen, den zu verladenden Medien und den betrieblichen Rahmenbedingungen ab. Wir unterstützen Sie dabei, die passende Lösung für Ihre Chemielogistik zu finden.