Abfüllanlagen für Kleingebinde –

maßgeschneiderte Lösungen der Verladetechnik

Zusätzlichen zur klassischen Befüllung sind in der chemischen Industrie wie in der Lebensmittelindustrie immer mal wieder Abfüllanlagen für Kleingebinde gefragt. Typische Anwendungsbeispiele sind, dass Chargen zwischengelagert oder im Unternehmen selbst von A nach B verbracht werden müssen. Bei den zu befüllenden Kleingebinden handelt es sich dann meist um IBCs oder 200-Liter-Fässer. Aber natürlich sind auch Lösungen für noch kleinere Behälter wie Kanister möglich. Grundsätzlich gilt bei Abfüllanlagen für Kleingebinde: Es kommt auf die perfekt maßgeschneiderte Lösung für den jeweiligen Anwendungsfall an. Das heißt man muss genau schauen, wie sich eine Kleingebindeabfüllung möglichst bedienerfreundlich und kosteneffizient in die bestehende Infrastruktur integrieren lässt. Mit Lösungen von der Stange ist es hier meist nicht getan. Grob unterschieden werden kann jedoch nach mobilen und stationären Anlagen.

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Christian Elbers
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Abfüllanlagen für Kleingebinde sind wahlweise als hydraulische, pneumatische oder elektrische Variante umsetzbar. Beim Grad der Automatisierung sind quasi keine Grenzen gesetzt.

Christian Elbers, Verladetechnik-Spezialist

Optimale Verladesicherheit – auch bei Kleingebinden

Anders als bei der klassischen Befüllung von Tankwagen gibt es bei Kleingebindeabfüllungen in der Regel keine festen Verschraubungssysteme. Um dennoch die Sicherheit des Bedienpersonals zu gewährleisten, sollten die Befülleinheiten – zumindest sofern es sich bei den zu verladenden Flüssigkeiten um gefährliche Stoffe handelt – immer über eigene Abgasleitungen und Überfüllsicherungen verfügen. Darüber hinaus können Abfüllanlagen für Kleingebinde nahezu beliebig mit weiteren Sicherheitsfeatures versehen werden. Das geht von der ergonomischen Unterstützung durch integrierte Schlauchhandlingsysteme bis zur Steuerung des kompletten Verladeprozesses mittels Fernbedienung, bei der das Bedienpersonal in sicherem Abstand zur Befülleinheit bzw. zum Gebinde agieren kann.

Wahlweise ATEX-kompatibel und mit geeichter Waage

So vielseitig wie die Ansprüche einzelner Unternehmen sind auch die Spezifikationen von Abfüllanlagen für Kleingebinde. Das beinhaltet sowohl die Realisierung komplett ATEX-Zonen-tauglicher Varianten als auch die Implementierung besonderer Befüll- und Messtechniken. So können Abfüllstationen beispielsweise problemlos mit geeichten Palettenwaagen versehen werden, um den Füllzustand des Gebindes mittels Gewichtsmessung zu ermitteln. Alternativ oder in Kombination sind aber auch intelligente Pumpensysteme mit verschiedenen Formen der Wäge- und Dosiertechnik umsetzbar. Gerade was die Befülleinheiten anbelangt ist alles an Technik möglich, was man auch von klassischen Abfüllanlagen kennt – von Kugelhahnverschluss über Unterspiegelbefüllung bis Überfüllsonden.

Große Produktbandbreite: Kleingebindeabfüllanlagen gibt es als lebensmitteltaugliche Varianten, aber auch für Lösemittel, Säuren, Laugen oder chemische Abfälle.

Christian Elbers, Verladetechnik-Spezialist

Mobile Abfüllanlage für Kleingebinde

Mobile Abfüllanlagen bieten ein Maximum an Flexibilität. Sie sind die optimal effiziente Lösung, wenn innerhalb einer Produktionsstätte an mehreren Stellen Kleingebinde abgefüllt werden müssen. Auf ein Untertragwerk montiert lassen sie sich mittels Gabelstapler oder Hubwagen problemlos zu den jeweiligen Einsatzorten transportieren und können ansonsten platzsparend irgendwo im Betrieb geparkt werden. Ein Beispiel für eine komplett mobile Abfüllanlage für IBCs finden Sie in unserem separaten Referenzbericht. Außerdem haben wir inzwischen unter anderem eine weitere mobile Kleingebindeabfüllung speziell für Lösemittel realisiert. Dabei handelt es sich um eine ATEX-zugelassene Anlage für die Befüllung von Fässern, die mit zusätzlichen Sicherheitsfunktionen wie einem Trichteraufsatz und einer Gaspendelung ausgestattet ist.

Mobile Abfüllanlage als geschlossenes System

Es gibt Fälle, in denen mobile Abfüllanlagen für Kleingebinde nicht nur innerhalb eines Betriebs verfahrbar sein müssen, sondern auch an unterschiedlichen Unternehmensstandorten zum Einsatz kommen sollen. Hierfür gibt es die Möglichkeit, die Stationen als komplette Einheit in einen abschließbaren 10-Fuß- Container zu installieren. Dieser kann dann mittels LKW von einem Produktionsstandort zum anderen gebracht werden, was unter Umständen deutlich günstiger ist, als an verschiedenen Betriebsstätten jeweils einzelne mobile Abfüllanlagen einzusetzen.

Stationäre Abfüllanlagen für Kleingebinde

Fest installierte Abfüllanlagen für Kleingebinde findet man immer da, wo Material regelmäßig bzw. im Laufe des normalen Prozesses in IBCs, Fässer oder andere Behälter abgefüllt werden muss. Die Herausforderung bei derartigen Anlagen besteht darin, sie möglichst platzsparend und funktionell in die vorhandene Infrastruktur einzufügen und natürlich darin, mit der Kleingebindeabfüllung einhergehenden Anforderungen optimal effizient umzusetzen. Im Folgenden haben wir Ihnen drei Projektbeispiele zusammengestellt, die einen ganz guten Eindruck von der Bandbreite der Einsatzmöglichkeiten vermitteln.


Projektbeispiel 1: IBC-Abfüllung für Holzschutzimprägnierung

Hierbei handelt es sich um eine Anlage, die mittels Schlauchhandlingssystem an die kundenseitig vorhandene Rohrleitung angeschlossen wurde. Das ermöglicht dem Bediener eine leichte und schnelle Befüllung des jeweiligen IBC. Verfüllt wird eine Imprägnierflüssigkeit für Holz, die innerhalb des Werks an verschiedenen Stellen benötigt und dorthin mittels der IBCs verbracht wird. Die technische Besonderheit der Anlage besteht darin, dass sie mittels zweier Überfüllsonden über ein doppeltes Sicherheitssystem verfügt, wobei schon ein Anschlagen der ersten Sonde zur automatischen Verriegelung des Kugelhahns führt. Nach der Befüllung des IBC wird dieser manuell mittels Schraubdeckel verschlossen. Zugleich sorgt ein Eimerhaken an der Befülleinheit dafür, dass eventuell nachtropfende Flüssigkeit aufgefangen wird.

Projektbeispiel 2: Kleingebindeabfüllung für flüssige Abfälle

Die Anlage wird bei einem Entsorgungsunternehmen eingesetzt, bei dem regelmäßig IBCs mit verschiedenen flüssigen Abfällen angeliefert werden, die es dann abzusaugen gilt. Der Kundenwunsch war, dass dies für die Mitarbeiter so sicher wie möglich – also ohne jeden Kontakt zu den Gefahrstoffen – passiert. Die von uns gelieferte Lösung besteht in einem vollhydraulischen System mit zwei Schlauchgelenkarmen, die komplett per Funkfernbedienung gesteuert werden können. Das Personal muss den Bereich zwischen den jeweils zwölf in die Station eingefahrenen IBC lediglich vorab im Vollschutzanzug betreten, um die Behälter zu öffnen. Danach funktioniert der komplette Absaugprozess aus sicherer Entfernung per Knopfdruck.

Projektbeispiel 3: Abfüllanlage für Säuren und Laugen aus Tanks

An dem Standort eines Industriekunden müssen aus verschiedenen Tanks Säuren und Laugen abgefüllt werden. Das Ganze in der ATEX-Zone und mit weiteren strikten Auflagen. So musste zum Beispiel sichergestellt sein, dass die einzelnen Flüssigkeiten keinesfalls miteinander in Kontakt kommen. Die Lösung besteht aus einem System mit fünf separaten Befülleinheiten, die sich jeweils einzeln aus ihrer Arretierung lösen und erst dann verwenden lassen. Der Clou: das Herauslösen der Befülleinheit funktioniert nur durch vorheriges Aufsetzen des Bedienelements. Einmal mit dem Bedienelement verbunden kann die Bedieneinheit mittels Gelenkarm und Steuerung bequem per Tastendruck über den befüllenden Behälter positioniert werden. Auch das Absenken des Einfüllstutzens geschieht per Knopfdruck, wobei das Eintauchen in das Spundloch des Behälters durch einen kegelförmigen Aufsatz erleichtert wird. Konzipiert ist die Anlage für die Befüllung von Fässern und IBCs zwischen 30 Litern und 1.000 Litern Fassungsvermögen.


Vielfache Einsatzmöglichkeiten von Abfüllanlagen

Über die hier skizzierten Beispiele hinaus gibt es viele weitere Anwendungsszenarien für mobile und stationäre Abfüllanlagen. Nicht immer muss es dabei um Gebinde gehen, die kleiner sind als das, was sonst im Werk befüllt wird. Auch der umgekehrte Weg ist denkbar. So könnte zum Beispiel ein Getränkehersteller Produkte ausnahmsweise statt in Kartonverpackungen in Kanister abfüllen wollen, um Großabnehmer besser bedienen zu können. Egal, wo die Reise hingeht und welche Anforderungen gestellt werden, wir von VOORTMANN entwickeln gerne die für Sie passende Lösung. Sprechen Sie uns an.

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