Der Weg zur perfekt-effizienten Druckluftanlage.

Einfacher als Sie glauben 

Druckluft ist ein vielgenutztes Medium in der Industrie – und noch dazu ein extrem energieintensives. Da wundert es umso mehr, dass das Thema Druckluftanlagen in den meisten Unternehmen recht stiefmütterlich behandelt wird. Die Folge sind mittel- bis langfristig unnötig hohe Kosten durch mangelnde Effizienz und Anlagenverfügbarkeit. Es lohnt sich also definitiv, bei der Planung von Druckluftanlagen mit Bedacht vorzugehen und sich im Vorfeld ein paar grundlegende Gedanken zu machen. Was Sie dabei im Einzelnen berücksichtigen sollten, haben wir Ihnen hier in unseren Tipps zusammengestellt. Los geht’s.

Ihr Druckluft-Spezialist
Dirk Worschischek
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Druckluftanlage Tipp 1: Das Wo ist wichtig

Passend zum Schattendasein, das die Druckluft in Unternehmen fristet, wird der Standortwahl der Druckluftanlage zumeist wenig Bedeutung beigemessen bzw. der Platzbedarf generell unterschätzt. Das Ergebnis ist nicht selten eine millionenschwere Anlage, deren Druckluftstation sich in einem abgelegenen Abstellraum befindet. Das wird spätestens dann zum Problem, wenn es um eine gute Be- und Entlüftung geht. Fehlt diese aufgrund mangelnder Standortplanung, kommt es zu einer unnötig hohen thermischen Belastung, was wiederum die Standzeit von Teilen und damit allgemein die Lebensdauer der Anlage mindert. Auch andere im Zusammenhang mit Druckluftanlagen zu berücksichtigende Aspekte wie der Anschluss ans Kanalsystem oder die Wärmerückgewinnung werden bei der Planung oft vernachlässigt. Letztere ist dann unter Umständen gar nicht oder nur durch Einsatz langer Rohrleitungen möglich.

Druckluftanlage Tipp 2: Nicht nur den Anschaffungspreis im Blick haben

Oft wird der Fehler gemacht, bei der Planung bzw. Errichtung einer Druckluftanlage nur auf den Anschaffungspreis zu achten. Wichtige Aspekte wie Langlebigkeit, Energieeffizienz und Wartungsintervalle bleiben so auf der Strecke. Im Endeffekt führt das dazu, dass die Einsparungen beim Kauf im laufenden Betrieb schnell aufgefressen werden. Auf lange Sicht kommen oft noch handfeste Probleme mit der Anlagenverfügbarkeit dazu. Zum Beispiel, weil man aus Kostengründen auf Markenprodukte verzichtet hat, um nach einigen Jahren festzustellen, dass es vom gewählten Anbieter keine Ersatzteile mehr gibt. Wir raten deshalb dringend dazu, den Anschaffungspreis nie als Hauptkriterium anzulegen, sondern das Thema Druckluftanlage immer möglichst ganzheitlich zu betrachten. Am besten gelingt das, wenn sich in einem Betrieb Verantwortliche aus Einkauf und Technik im Vorfeld der Anschaffung absprechen.

Eine optimal effiziente Druckluftanlage kann pro Jahr gut ein Zehntel des Anschaffungspreises an Energiekosten einsparen. Da hat sich eine höhere Investition schnell amortisiert.

Dirk Worschischek, Druckluft-Spezialist

Druckluftanlage Tipp 3: Auf aktive Redundanz setzen

Ein Ausfall der Druckluftanlage ist das Worst-Case-Szenario jedes Unternehmens. Für einen mittelständischen Betrieb kann so schnell ein Schaden in Höhe von mehreren Tausend Euro entstehen. Pro Stunde wohlgemerkt. Dennoch verzichten viele Entscheider nach wie vor auf ein redundantes System, um aus Ihrer Sicht unnötige Kosten einzusparen. Das ist insofern ein Fehler, als Redundanz nicht zwingend bedeutet, einfach einen zusätzlichen Kompressor als Stand-by zu haben. In ein aktives Konzept eingebunden erhöht ein weiterer Kompressor eben nicht nur die Betriebssicherheit, sondern reduziert auch die Energiekosten. Das Zauberwort lautet hier intelligente Steuerung. Die Kompressoren sind dabei so miteinander vernetzt, dass sie sich optimal ergänzen. Das heißt, die Redundanz arbeitet permanent mit.

Druckluftanlage Tipp 4: Checken, ob die Luft rein ist

In welchem Maße Druckluft aufbereitet werden muss, ist je nach Einsatzbereich unterschiedlich. Immer geht es jedoch darum, bestimmte Anforderungen bezüglich der Druckluftqualität wie beispielsweise die Norm ISO 83731-1 zu erfüllen. Unsere Erfahrung zeigt, dass Unternehmen hierfür mitunter ineffiziente oder schlimmstenfalls sogar unterdimensionierte Lösungen einsetzen. Das kann je nach Diskrepanz zwischen benötigter und erreichter Druckluftqualität erhebliche negative produktionstechnische, aber auch rechtliche Auswirkungen haben. Grundsätzlich gilt: Bei der Druckluftaufbereitung gibt es keine Pauschallösungen. Hier muss für jeden Anwendungsfall einzeln betrachtet und konzipiert werden. Am besten holen Sie sich dazu einen kompetenten Dienstleister mit ins Boot, der Ihnen hilft, die geforderte Druckluftqualität – gegebenenfalls bis hin zur kompletten Sterilität – effizient zu erreichen. Gerne können Sie uns diesbezüglich ansprechen!

Druckluftanlage Tipp 5: Nicht mehr Druck als nötig

Wir verraten hier nichts Neues, wenn wir Ihnen sagen, dass Druckluft ein echter Energiefresser ist. Gut 80 Prozent der Druckluftkosten entfallen auf die Stromversorgung. Das bedeutet zugleich: Jedes bar unnötig überdichtete Druckluft kommt Sie teuer zu stehen. Als Richtwert können Sie von einer Erhöhung der Energiekosten pro bar um sechs Prozent ausgehen. Es empfiehlt sich also, im Vorfeld eine Bedarfsanalyse zu machen, um zu eruieren, wie viel Druck Sie – Sicherheitspuffer eingerechnet – tatsächlich benötigen. De facto sollten Sie nie nach dem Motto „Viel hilft viel“ verfahren, sondern auf intelligente Lösungen setzen, die Versorgungssicherheit und Energieeffizienz zusammenbringen (Stichwort: aktiv redundante Systeme). Und nicht zuletzt: Bei der Energieeffizienz geht es um praktizierten Klimaschutz. Gerade für Unternehmen mit Energiemanagement nach ISO-50001-Zertifizierung ist es unabdingbar, hier entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.

Sie benötigen eine Ist-Bedarfsanalyse für Ihre bestehende Druckluftanlage oder Hilfe bei der Planung eines Neubaus? Unser Druckluft-Service ist für Sie zur Stelle.

 

Druckluftanlage Tipp 6: Kondensataufbereitung implementieren

Für das ölhaltige Kondensat von ölgeschmierten Kompressoren gibt es zwei Lösungen. Variante eins: Sie lassen das Material als Reststoff entsorgen, was für Sie mit zusätzlichem Aufwand und zusätzlichen Kosten durch einen Entsorgungsdienstleister einhergeht. Variante zwei: Sie kümmern sich in Eigenregie darum, die Ölbestandteile soweit aus dem Kondensat zu entfernen, dass dieses nach dem WHG in die Kanalisation eingeleitet werden darf. Wir empfehlen Ihnen in der Regel Variante zwei. Und zwar aus Gründen der Verhältnismäßigkeit bzw. daraus resultierender Effizienzvorteile. Kondensat aus Kompressoren weist eine eher geringe Ölkontaminierung auf (ca. zehn Tropfen auf 50 Liter). Besser und ressourcenschonender als es komplett der Entsorgung zuzuführen, ist, das Kondensat mittels Schwerkraft und Aktivkohle zu reinigen. Ein sicherer und nachhaltiger Prozess, der für Sie nach einmaliger Installation des Systems kaum Folgekosten verursacht. Lediglich die Aktivkohle muss ab und an entsorgt bzw. ausgetauscht werden.

Druckluftanlage Tipp 7: Wärmerückgewinnung nutzen

Da bei Druckluftanlagen 96 Prozent der elektrischen Stromaufnahme in Wärme abgegeben wird, empfiehlt sich eigentlich immer die Implementierung eines Wärmerückgewinnungssystems. Aus finanzieller Sicht, wie aus Gründen des verantwortlich nachhaltigen Handelns. Auch hier ist natürlich zu prüfen, welche Möglichkeiten zur Wärmenutzung im Unternehmen bestehen. In der Regel am leichtesten zu realisieren ist die Verwendung der Abwärme zum Heizen der Produktionshalle. Es gibt aber auch die Möglichkeit, die Abwärme aus Kompressoren mittels Wärmetauscher auf Prozesswasser zu übertragen. In welchem Ausmaß die Nutzung von Abwärme möglich ist, hängt immer ab von der Leistung bzw. Auslastung der Kompressoren ab.

Druckluftanlage Tipp 8: Frequenzumrichter sind nicht das Nonplusultra

Schaut man sich aktuell im Markt um, kann man den Eindruck gewinnen, dass bei modernen Druckluftanlagen kein Weg an Kompressoren mit Frequenzumrichtern vorbeigeht. Wir mahnen hier zur Vorsicht. Entgegen der weitläufigen Meinung sind Frequenzumrichter nicht per se die perfekte Energiesparlösung. Vor allem, wenn man das Thema Kosten ganzheitlich betrachtet. Zum höheren Anschaffungspreis gesellen sich eine höhere Belastung der Kompressoren und erhöhte finanzielle Aufwände im Fall von Teileaustauschen. Da ist man schnell bei doppelt bis dreifach so hohen Kosten gegenüber einer klassischen Druckluftanlage. Auch was den angeblichen Mehrwert Effizienzsteigerung angeht, sind Frequenzumrichter je nach Anwendungsfall kritisch zu bewerten. Wirklich sparsamer laufen Kompressoren mit Frequenzumrichter nur in einem ganz bestimmten Drehzahlbereich. Eine Druckluftanlage mit klassischen Kompressoren und intelligenter, übergeordneter Steuerung kann durch Leerlaufoptimierung oftmals gleiche oder bessere Einsparungen erzielen. Und das bei längerer Gesamtlebenszeit der Kompressoren.

Druckluftanlage Tipp 9: Ohne Ab- keine Inbetriebnahme

Jede Druckluftanlage muss entsprechend der gesetzlichen Vorgaben angemeldet bzw. abgenommen werden. Achten Sie unbedingt darauf, dass dies bei Ihrer Anlage der Fall ist und dass alle in der BetrSichV und DGRL geregelten Nachweise erbracht werden. Zu nennen sind hier unter anderem die erstmalige und wiederkehrende Prüfung von Druckbehälteranlagen und Einzelbehältern (TÜV), die Gefährdungsbeurteilung, UVV-Prüfungen und die Dokumentation der Wartungsberichte. Bitte führen Sie sich immer vor Augen, dass die gespeicherte Energie in komprimierter Luft ein enormes Gefahrenpotenzial birgt und handeln Sie entsprechend verantwortungsvoll. Werden Sicherheitsvorschriften nicht eingehalten, kann eine Komplettstilllegung der Anlage drohen. Von rechtlichen Konsequenzen im Fall eines Unfalls mit Personenschaden ganz zu schweigen.

Druckluftanlage Tipp 10: Auf Expertenwissen setzen

Vieles, von dem was wir Ihnen hier als Tipps mit auf den Weg geben, können Sie alleine leisten. Aber bei manchen Punkten kann es ratsam sein, sich professionelle Unterstützung zu sichern. Gerne stehen wir Ihnen in puncto Druckluftanlage mit Rat und Tat zur Seite. Je nach Wunsch von der Planung vorab bis zur finalen Umsetzung oder auch nur in Teilbereichen. Sprechen Sie uns an!

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